Insbesondere dann, wenn es sich um Industriedesign für Baby- und Kinder-Produkte handelt, erscheinen mir drei Dinge wichtig – denn die Kinder und Babies sind zwar die Gebraucher, aber sie sind in der Regel nicht die Entscheider; das sind die Erwachsenen. Produkte für Kinder müssen daher so gestaltet sein, dass die Kinder angesprochen und erreicht werden, dass die Produkte ihren Bedürfnissen entsprechen. Die Produkte müssen gleichzeitig so aussehen, dass die Erwachsenen das erkennen können. Die Produkte müssen beim Erwachsenen die Erwartung wecken, dass sie die Bedürfnisse der Benutzer, der Kinder, erfüllen. Der Industriedesigner für Baby- und Kinder-Produkte muss daher auf mehreren Ebenen Qualitäten vermitteln und in drei Feldern erstklassige Arbeit leisten.

Nützlich

Zunächst der Gebrauch. Kinder sind gnadenlos, wenn es um die Beurteilung der Gebrauchsqualität geht. Ein Gegenstand, ein Spielzeug, dass den Anforderungen der Kinder nicht genügt wird, ratzfatz, aussortiert. Die Produkte müssen nützlich und funktional sein.

Schön

Im Industriedesign für Babies und Kinder hat die Ästhetik hohen Stellenwert. Ein Gegenstand muss gefallen, muss die Emotionen ansprechen, muss Leidenschaft und Begehren entfachen. Damit das gelingt, braucht es bekannte Anker, braucht es Anknüpfungspunkte aus dem Vertrauten. Das ist im Industriedesign für Baby-Produkte noch kniffliger als bei den Produkten für Erwachsene, weil der Erfahrungsumfang wesentlich kleiner ist. Woran halten wir uns daher? Wir gehen davon aus, dass Kinder, und vor allem die Babies, Verhaltensformen der Erwachsenen imitieren wollen. Daher wollen Babies auch lieber mit Essbesteck selbst essen als gefüttert werden – manchmal zumindest. Den Babies die Möglichkeit zu bieten, die Eltern zu imitieren, bietet diesen Anker und schafft Vertrautheit auch bei dieser Zielgruppe. Aber der Industriedesigner muss auch das Bedürfnis Erfahrungen zu machen antizipieren. Spielplatzgeräte dürfen nicht nur sicher sein, sie müssen auch Raum für »gefährliches Probieren« vortäuschen. »Vortäuschen«, weil Gegenstände im öffentlichen Raum niemals gefährlich sein dürfen.

Das führt zum dritten Erfordernis, das wir im Industriedesign zu erfüllen haben: visuelle Kommunikation.

Mitteilsam

Durch entsprechende Gestaltung müssen Industriedesigner für Baby- und Kinder-Produkte den Entscheidern, also den Erwachsenen, die Qualität des Produkts vermitteln. Dabei muss der Gegenstand gleichzeitig den für die Kinder notwendigen Coolness-Faktor aufweisen. Oder, bei den Babyprodukten, »lieb« aussehen, also das Liebste noch lieber erscheinen lassen. Das ist die eine Facette der Kommunikation, die Vermittlung des Gebrauchs mit der Funktion als Imageträger. Das führt nahtlos zur anderen Facette der Kommunikation durch Design: die Darstellung der Marke. Der gute Industriedesigner wird danach trachten eine wiedererkennbare Formensprache für die Produkte einer Firma zu entwickeln und einzuhalten. Produkte sollen nach der Marke »riechen«, d.h. man erkennt anhand bestimmter »Keyfeatures« (Schlüsselelementen) wer der Hersteller des Produkts ist. Damit wird das Markenbild des Herstellers, also des Auftraggebers des Designers, gestärkt.

Multi-Target – die Zielgruppen im Industriedesign für Babies und Kinder

Wenn im Design darüber gesprochen wird, dass ein Produkt für die Zielgruppe optimiert wird, dann greift das zu kurz. Die Zielgruppe im Industriedesign beim Baby-/Kindprodukt ist der Nutzer (das Kind), der Entscheider (mitunter das Kind, manchmal auch der Erwachsene) und der Käufer (meistens Erwachsene, aber vielleicht entferntere, die Verwandten, der Einkäufer einer Handelskette). All diesen Zielgruppen – Nutzer, Entscheider, Käufer – muss das Produkt für die gedachte Nutzung bequem und passend erscheinen. Nachdem bei Baby-/Kindprodukten die Nutzer und Käufer stets unterschiedlich sind, ist der Industriedesigner besonders gefordert den Gebrauch zu studieren. Der Käufer/Entscheider wird aufgrund des Verhaltens der Nutzer beurteilen, ob der Kauf sinnvoll war oder nicht. Bei anderen Produkten ist es meist so, dass der Käufer auch der Nutzer ist und daher seine eigenen Erlebnisse damit macht. Bei Baby-/Kindprodukten ist das drastisch anders.

Für den Produkterfolg müssen Menschen davon überzeugt werden, dass es für andere großartig ist. In diesem Fall für die Kinder. GP designpartners designt Produkte die außergewöhnlich aussehen, notwendige Alleinstellung im Markt erzeugen und gerade deshalb von der Zielgruppe gewünscht, nachgefragt und geliebt werden.

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